| Geschichte |
Kurzer Abriß der Geschichte der Edo-Zeit
(ca. 1600 - 1868)
Um den Begriff "Ukiyo-e - Bilder der fließenden,
vergänglichen Welt" zu verstehen, muß man die Geschichte
Japans ein wenig kennen.
Schon seit dem 12. Jahrhundert hatte der tennô, der Kaiser, an Macht
verloren, nachdem die Shôgune (Befehlshaber, urspr. General) die
Exekutive übernommen hatten. Der Titel war erstmals von Kaiser Go-Toba
an den Fürsten Minamoto no Yoritomo 1192 auf Lebenszeit verliehen
worden und vererbbar. Dadurch trugen bis Ende des 16. Jahrhunderts nur
Nachfahren der Minamoto (1192-1219), die Fujiwara (1220-1244) und die
Ashikaga (1336-1573), diesen Titel. Zwar setzte der Kaiser den Shôgun
ein, aber die eigentliche Macht lag in dessen Händen.
Auch der Einfluß des Shôgun schwand im 16. Jahrhundert. Der
Adel rieb sich in ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen auf.
Nach zahllosen Kämpfen mit wechselnden, einflußreichen Verbündeten
gelang dem Fürsten Tokugawa Ieyasu (1542-1616) am 21. Tag des 10.
Monats im Jahre1600 ein entscheidender Sieg bei Sekigahara. 40.000 Köpfe
seiner Feinde waren der Tribut, den sie zu zahlen hatten. Durch diesen
Sieg gewann Ieyasu uneingeschränkte Autorität über ganz
Japan, die er sehr willkürlich nutzte. Im Jahr 1603 setzte ihn Kaiser
Go Yozei zum ersten Shôgun der Tokugawa-Familie ein, die dieses
Amt bis 1868 inne hatte.
Schon 1590 hatte er einen Ort im Osten der Insel Monshu zu seinem Hauptquartier
gemacht und diesen befestigt. Nach seiner Machtübernahme wählte
Ieyasu diesen Ort Edo (heute Tôkyô) zur Hauptstadt und distanzierte
sich damit vom kaiserlichen Hof in Kyôto.
Durch Steuern und Auflagen sowie Beteiligung der Daimyô (Feudalfürsten)
am Bau der neuen Hauptstadt minderte er die Geldmittel und den Einfluß
der Fürsten und begann somit die Macht des Shogunats (Militärregierung)
zu festigen. Diese wurde durch Gesetze und polizeistaatliche Maßnahmen
ausgebaut und so stabilisiert, daß auch nach dem Tod Ieyasus unter
seinen Nachfolgern Tokugawa Hidetada und Tokugawa Iemitsu die Machtverhältnisse
erhalten blieben. 1635 wurde für die Fürsten die Residenzpflicht
eingeführt. Sie mußten sich mehrere Monate des Jahres in Edo
aufhalten. Wenn sie auf ihre Schlösser zurückkehrten, blieben
Frauen und Kinder als Geiseln in der Residenz zurück. Um auch jedes
Eindringen aufwieglerischen Gedankengutes aus dem Ausland zu unterdrücken,
wurden die Japanischen Inseln hermetisch abgeschlossen. Ausgelöst
wurde diese Reaktion auch durch den Christenaufstand von Shimabara (1637).
Dies alles führte zu einer Konsolidierung des inneren Friedens -
wobei Widerstand gegen die Bestimmungen des Shogunats gnadenlos verfolgt
wurde - für die folgenden 250 Jahre (der sogenannten Edo-Zeit) und
einem schnellen Aufblühen der neuen Hauptstadt Edo. Der Handel florierte,
und ein vielfältiges kulturelles Leben entwickelte sich. Bürger
und Kaufleute kamen zu Geld und nahmen alle Möglichkeiten zu Bildung
und Vergnügungen wahr, die ihnen geboten waren. Theater, Ringkämpfe
und Vergnügungsviertel erhielten regen Zuspruch, Schauspieler, Ringer
und Kurtisanen wurden zu gefeierten Personen. Während der Adel die
traditionellen Künste weiterpflegte, entstanden die "Ukiyo-e
- Bilder der fließenden, vergänglichen Welt", zu denen
auch die Holzschnitte gehören. Das Volk fand Gefallen an den Bildern
der Holzschnittmeister, auf denen die Lieblinge des neuen Lebensstils
abgebildet waren. Zudem wurden die Drucke zu günstigeren Preisen
als Malereien angeboten. Durch die starke Nachfrage wurden viele Künstler
angeregt, sich mit dem Entwerfen von Holzschnitten zu befassen und brachten
diese Kunst zu einer nie dagewesenen Blüte.
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| Drucktechnik |
Die Anfänge der Drucktechnik
in China und Japan
China war immer für seinen Erfindungsreichtum
bekannt, auch Druck und Papier wurden hier entwickelt. Die Drucktechnik
war in Form des Stoffdruckes wesentlich früher bekannt als das Papier.
Im Jahre 105 gelang Ta'ai hun ein entscheidender Durchbruch in der Technik
der Papierherstellung, sodaß man die Erfindung des Papiers allgemein
in dieses Jahr datiert.
Um das Jahr 700 entstand wahrscheinlich der Holzplattendruck in China.
Der älteste bekannte originaldatierte chinesische Druck - das Diamant-Sûtra
als Holzschnitt gedruckt - stammt aus dem Jahr 868 und weist bereits ein
sehr hohes künstlerisches und technisches Niveau auf.
In der T'ang Zeit (618 - 906) lebten in China viele Japaner, um die von
ihnen verehrte Kultur zu studieren. Sie nahmen alle Anregungen schnell
auf, imitierten in ihrer Heimat die erlernten Techniken und entwickelten
sie weiter. Die ältesten datierten japanischen Holzplattendrucke
- Texte des Buddhistischen Kanons - sollen aus dem Jahr 770 stammen. Holzplattendrucke
wurden in Japan zunächst hauptsächlich in Klöstern und
Tempeln benutzt, um für die große Zahl der Gläubigen Amulette,
Andachtsbilder und religiöse Texte zu vervielfältigen.
Die Entwicklung vom Schwarz-
zum Vielfarbendruck in China
Die ersten Versuche zum Farbendruck fanden in
China um 1300 statt. Aus dem Jahr 1340 ist eine Ausgabe des Diamant-Sûtra
erhalten, die in Schwarz und Rot gedruckt ist. Spätere Druckwerke
waren meist rot illustriert, der Text schwarz oder abwechselnd rot und
schwarz gedruckt. Blaue Spielkarten sind aus der Zeit um 1600 erhalten.
Auch wurden damals Schwarz-Weiß-Drucke häufig handkoloriert,
wobei man zur Beschleunigung des Arbeitsvorganges für die einzelnen
Flächen auch Schablonen benutzte.
Ein Vorläufer des mit mehreren Platten gedruckten Farbbildes ist
der Versuch, alle Farben auf eine Platte aufzutragen. Dieses Verfahren
konnte sich jedoch nicht durchsetzen, da der Farbauftrag zu kompliziert
war und die ersten Farben auf dem Druckstock schon antrockneten, bevor
die letzten aufgetragen waren.
Meister Ling Meng-ch'u aus Hu-chou druckte mit vier Farbplatten, wie in
einem Buch aus dem Jahr 1581 erwähnt wird. Zu einem Höhepunkt
wurde die Entwicklung des Farbendrucks in China um 1627 geführt durch
Chêng-yen mit der Herausgabe seiner berühmten Bilderalben "Shih-chu-chai
shu-hua-p'u - Sammlung von Kalligraphie und Malerei der Zehnbambushalle".
Die Entwicklung vom Schwarzdruck (sumi-zuri) zum Vielfarbendruck in Japan
Im Laufe der Jahrhunderte wurden in Japan neben religiösen Texten
auch weltliche Themen, zum Beispiel aus Dramen und Legenden, mit Holzplatten
gedruckt. Die Illustration gewann in Büchern gegenüber dem Text
immer mehr an Gewicht. Moronobu (um 1618-1694) war einer der ersten bedeutenden
Künstler, der in seinen Büchern Themen des "Ukiyo"
- der "vergänglichen Welt" - aufnahm. Er bevorzugte Darstellungen
aus dem Leben der Kurtisanen, wobei er die Schwarz-Weiß-Holzschnitte
mit großem künstlerischen Ausdruck entwarf. Buchillustrationen
mit Szenen aus dem Frauenleben schuf der in Kyôto tätige Sukenobu
(1671-1751).
Die Torii-Meister lösten sich Anfang des 17. Jahrhunderts von den
Darstellungen in Buchform und gaben die ersten Einzelblätter heraus,
mit Darstellungen berühmter Schauspieler des damals aufblühenden
Kabuki-Theaters in ihren Rollen. Bald schon wurden diese Schwarz-Weiß-Drucke
von Hand koloriert.
Anfangs wurde die Handkolorierung mit nur wenigen Farben durchgeführt,
aber bald wurde die Farbpalette vergrößert, die Künstler
konnten unter zwölf Farben wählen und die Einfärbung selbst
bestimmen. Man streute Gold- und Silberpulver über einzelne Felder,
das in der frischen Farbe haften blieb und eine wesentliche Steigerung
des visuellen Reizes bewirkte. Zusätzlich bedruckte man schwarze
Flächen mit einem Gemisch aus schwarzer Tusche und Lack, wordurch
ein schillernder Effekt erreicht wurde (Urushi-e).
Der nächste Schritt schuf die grundlegenden Voraussetzungen für
die großartigen Werke der späteren Künstler. Man vermutet,
daß Okumura Masanobu (1686-1764) zum ersten Mal mit mehreren Platten
druckte, um eine größere Farbigkeit zu erreichen. Es wurden
Schwarz, Rosa und Grün - manchmal auch Gelb, Blau oder Grau - verwendet
und so die beni-zuri-e (Rosadruckbilder) geschaffen. Durch Übereinanderdrucken
mehrerer Farben erhielt man keine befriedrigenden Ergebnisse, da die Farben
oft unrein wirkten. Aus technischen Gründen war es jedoch noch nicht
möglich, mehr Druckplatten zu verwenden. Obwohl die Chinesen - wie
schon erwähnt - den Viel-farbendruck voll entwickelt hatten, ließ
sich die Technik der eher malerischen Darstellungen nicht auf die Japanischen
Drucke übertragen, da die Japaner durch die schwarzen Umrißlinien
an ein exaktes Ausfüllen der Felder zwischen den Linien gebunden
waren.
Erst Torii Kiyomitsu (1735-1785) gelang eine Weiterentwicklung der Drucktechnik.
Ob er jedoch die entscheidende Erfindung der "Kentô" machte,
der Paßmarken, die ein genaues Nebeneinander-drucken der Farben
ermöglichen, oder ob diese von anderer Hand stammt, ist ungewiß.
Es ist jedoch sicher, daß ab 1764 einige Drucker mit diesem neuen
Verfahren experimentierten. Um 1765 gelang es Harunobu (1724-1770) mit
bis zu fünfundzwanzig Platten zu drucken. Diese Vielfarbendrucke
werden als "Nishiki-e", als Brokatbilder, bezeichnet, da sie
in einer unglaublichen Qualität und Farbigkeit alles Bisherige in
den Schatten stellten.
Harunobu hatte die Drucktechnik zu einer solchen Vollendung weiterentwickelt,
daß an ihr bis zur Öffnung der Grenzen Japans durch die Amerikaner
im Jahr 1854 nichts Wesentliches mehr geändert wurde.
Zur Herstellung der Japanischen
Farbholzschnitte
Im Laufe der Entwicklung der Drucktechnik kristallisiert
sich schon früh eine Spezialisierung der einzelnen an der Herstellung
der Blätter und Bücher beteiligten Handwerker heraus.
In China teilen sich Maler, Holzschneider, Drucker und Buchbinder in die
Arbeit. Die Trennung der einzelnen Gewerbe ging so weit, daß sich
ganze Städte auf das eine oder andere spezialisierten und die halbfertigen
Produkte zur Weiterverarbeitung von Stadt zu Stadt transportiert werden
mußten.
In Japan übernahmen Verleger die Koordination der Arbeiten. Holzschneider
und Drucker waren in seinen eigenen Werkstätten fest bei ihm angestellt,
ebenso die Buchbinder. Die Verleger kauften Entwürfe frei schaffender
Künstler oder sie holten Künstler, deren Fähigkeiten sie
erkannt hatten, in ihre Werkstatt und versorgten sie mit Aufträgen.
Nur wenige Künstler druckten ihre Blätter in eigenen Werkstätten,
wie etwa Okumura Masanobu.
Die genauen Vorzeichnungen der Künstler - schwarz-weiße Tuschzeichnungen
- werden von den Holzschneidern spiegelbildlich auf Druckplatten aus dem
Langholz von Kirschbaum oder Magnolie geklebt. Schicht für Schicht
wird nun das Papier abgetragen, bis es so dünn ist, daß die
Linien der Vorzeichnung auf der Rückseite klar durchschimmern. Diese
Linien werden zuerst mit einem Messer sauber umschnitten, anschließend
werden die Flächen, die weiß bleiben sollen, mit Stemmeisen
herausgehoben. Es bleiben nur die Stege stehen. Dies ist der sogenannte
"key block", der Duckstock für die Umrißlinien, mit
dem man nun einen Schwarz-Weiß-Druck herstellen kann.
Zusätzlich zu den Umrißlinien schneidet der Holzschneider zwei
Kentô (Paßmarken) an der unteren linken Ecke in Form eines
Winkels sowie an der linken oberen Seite in Form eines Balkens von je
etwa 3 cm Länge aus dem Holzstück heraus. Für den Vielfarbendruck
wird jetzt eine größere Anzahl schwarz-weißer Probedrucke
hergestellt, der auch die Paßmarken (seitenverkehrt) trägt,
wodurch es möglich ist, den Papierbogen bei jeder Druckplatte in
einer genau festgelegten Position anzulegen. Damit ist eine exakte Einpassung
der Druckflächen gewährleistet. Der Künstler markiert,
welche Fläche mit welcher Farbe eingefärbt werden soll. Nach
diesen Vorlagen werden dann die Farbplatten für jede Farbe einzeln
geschnitten, das heißt, daß bis zu fünfundzwanzig Druckstöcke
hergestellt werden.
Die Farben, zusammengestellt aus pflanzlichen und mineralischen Grundstoffen,
werden vom Drucker gemischt. Nach dem Einfärben des Druckstockes
preßt er das Papier mit dem Baren - einem kunstvollen Reiber aus
einem festen Kern, der mit Bambusblättern umwickelt ist - unter kreisenden
Bewegungen auf. Durch die Art der Einfärbung und die Stärke
des Reibens kann der Drucker die Farbstruktur beeinflussen.
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| Zeitliche
Einordnung |
Zur Bestimmung des japanischen
Holzschnitts
Neben Serien- oder Bildtiteln finden wir auf
Holzschnitten außer der Signatur des Künstlers meist auch die
Marke des Verlegers, in dessen Hand die Finanzierung und der Vertrieb
der Drucke lag. Seit etwa 1770 mußten Holzschnitte auf Regierungserlaß
zensiert werden, ab 1790 erscheinen eigene Zensurmarken. Anfang des 19.
Jahrhunderts sind diese zeitweise mit Datumsangaben in einem Siegel kombiniert.
Danach findet sich meist nur ein Zensurstempel. In der Zeit von ca. 1840
bis 1845 treten meist zwei Zensoren in Aktion. Ab ca. 1845 wurden neben
den Zensurstempeln auch Datumsstempel mit genauen Angaben eingeführt,
z.B. bei Hiroshige (1797-1858) und Kunisada (1786-1864). Von seltenen
Ausnahmen abgesehen sind die Namen der Holzschneider oder Drucker erst
ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angegeben.
Schauspieler und auch Kurtisanen führen für gewöhnlich
ein eigenes Wappen (mon), das auf ihrer Kleidung erscheint, und können
dadurch häufig auch ohne Namensangaben identifiziert werden. Ihre
Rollen lassen sich oft an Hand der noch erhaltenen Theaterprogramme bestimmen,
wodurch man die Drucke zum Teil auf den Monat genau datieren kann.
Einteilung der Stile
Edo
Die während der Edo-Zeit - von der Mitte
des 17. Jahrhunderts bis 1868 - entstandene Holzschnitte werden in drei
Perioden eingeteilt: die primitive, die klassische und die dekadente Periode.
Zu den "Primitiven" zählen Moronobu, Sukenobu (s. oben)
und die Meister der Kaigetsudô-Schule (ca. 1700 bis 1720), berühmt
für ihre Darstellungen von Bijin (schöne Frauen). Auch Okumura
Masanobu (1686 - 1764) gehört zu diesem Kreis, zeichnet sich aber
durch die Vielfalt in seinen Entwürfen aus, ebenso wie Nishimura
Shigenaga (1697-1756), der die ersten Landschaften mit Figuren entwarf.
Die Meister der Torii-Schule wie Kiyonobu (1664-1729) und Kiyomitsu (1735-85),
die hauptsächlich Schauspieler darstellten, rechnet man auch zu den
"Primitiven".
Harunobu (1724-1770) mit seinen zarten Frauengestalten war der erste "Klassiker",
gefolgt von Koryûsai (tätig ca. 1764-88) und Kiyonaga (1752-1815),
die anfangs in ähnlichem Stil arbeiteten, wobei letzterer mit seinen
Szenen aus dem Leben Edos die weitere Entwicklung des Holzschnitts stark
prägte. Koryûsai entwickelte in seiner letzten Schaffensphase
einen eigenen kraftvollen Frauentyp. Eine überragende Rolle spielte
in dieser Gruppe der Klassiker Utamaro I. (1753-1806) mit seinen wundervollen
Frauenporträts. Auch Toyokuni I. (1769-1825), der sowohl für
seine Schauspieler- als auch Frauendarstellungen bekannt war, gehört
noch in diesen Kreis.
Sein Schüler Kunisada (1786-1864) , dessen frühe Frauendarstellungen
von hoher Qualität zeugen, wird bereits zu den "Dekadenten"
gezählt, was auf seine in späteren Jahren große Produktion,
die zum Teil von seinen Schülern unter seinem Namen gefertigt wurde,
zurückzuführen ist. Aber auch Eizan (1787-1867), dessen Frauengestalten
stark von Utamaro beeinflußt sind, und Eisen (1790-1848), bei dem
neben Frauendarstellungen auch Landschaften zu beachten sind, werden als
"dekadent" bezeichnet ebenso wie Kuniyoshi (1797-1861), in dessen
phantasiereichen Darstellungen aus der japanischen Geschichte und Legende
sowie in seinen wenigen Landschaften schon westlicher Einfluß spürbar
wird.
Erst Ende des 18. Jahrhunderts etablierte Toyoharu (1735-1814), Gründer
der Utagawa-Schule, Landschaftsdarstellungen auf Holzschnitten im Rahmen
der Ukiyo-e. Die beiden großen Meister dieser Richtung waren der
geniale Hokusai (1760-1849), der in Europa und Amerika durch "Die
Woge" aus den "36 Ansichten des Fuji" weithin bekannt ist,
und Hiroshige (1797-1858), von denen die europäische Kunst zuerst,
später auch von anderen Meistern, stark beeinflußt wurde und
mit zur Entstehung des Jugendstils führte.
Ôsaka
In Ôsaka wurden ab ca. 1780 Holzschnitte
hergestellt. Hier herrschten die Darstellungen von Schauspielern vor.
Meister wie Sadanobu (1809 - 1879), Sadakage (tätig ca. 1818 - 1844)
oder Hirosada (tätig 1819 - 1865) entwarfen kraftvolle Schauspielerportäts,
aber auch vereinzelt Landschaften.
Spätphase
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
spielte neben Meistern wie Ogata Gekkô (1859 - 1920) und Toyohara
Chikanobu (1838 - 1912) Taiso Yoshitoshi (1839 - 1892), berühmt unter
anderem durch seine "Hundert Gestalten des Mondes", eine herausragende
Rolle. In dieser Zeit entstanden auch viele Holzschnitte, häufig
in Buchform, von Meistern, die primär als Maler tätig waren,
wie Kôno Bairei (1844-95).
Shin-hanga - Neue Drucke
Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts
im Japanischen Farbholzschnitt ist unter anderem geprägt durch die
Landschaften von Kawase, Hasui (1883 - 1957) und die Frauenporträts
von Itô Shinsui (1898-1972) oder Torii Kotondo (1900 - 1976). Bis
heute wird die Tradition der Holzschnittkunst fortgeführt.
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